Welche Offline-Werbung für ein Online-Business Sinn ergibt

Gastbeitrag von Hilke Barenthien

Ein Online Business braucht keine Printwerbung – so lautet die landläufige Meinung. Das lassen wir jetzt erst mal so stehen. Auch ich bin eine große Freundin von Nachhaltigkeit und sparsamem, sinnvollem Umgang mit Ressourcen. Und doch ist Printwerbung sinnvoll.

Artikelübersicht

Ein Nachteil von Printwerbung

Printwerbung hat, ähnlich wie Fernsehwerbung, den großen Nachteil, dass ihre Effekte kaum messbar sind. Während sich mithilfe von Tools wie Google Analytics und Facebook Pixel das Nutzerverhalten ziemlich genau analysieren und auswerten lässt, kann man sich bei Zeitungs- oder Magazinanzeigen nur auf die Mediadaten des jeweiligen Verlages verlassen und hoffen, dass die Anzeige bei den Lesern auch ankommt.

Doch Offline-Werbung ist mehr. Offline-Werbung kann mehr.

„Irgendwann kommt jemand und schreit: Ich brauche sofort 5.678.234 Papiertüten! Und dann kann ich schreien: kein Problem! Im Schrank unter meiner Spüle sind mehr.“ Nicht ohne Grund meint die Forschung, wir stammen von Jägern und Sammlern ab. Wer einmal auf einer Messe war, weiß, wovon ich rede. Um des Sammeln willens werden da Tüten, Taschen und jede Menge anderes Zeug mitgenommen. Völlig egal, ob es sinnvoll ist oder nicht. Hauptsache haben. Die Sachen werden in die Höhle, ähm, Wohnung geschleppt und bleiben da. Wegwerfen kommt auch nicht in Frage. Dafür ist es zu schön oder könnte sich als sinnvoll erweisen.

 

Werbung funktioniert

Was hat die Firma, die diese Papiertüten in Auftrag gegeben hat, jetzt davon, dass diese unter irgendeiner Spüle vor sich hin schimmeln? Während die Betrachtungszeiten im Internet häufig so kurz sind, dass sie kaum zu messen sind, fällt die Tüte immer wieder in die Hände ihres Besitzenden: auf der Suche nach einer passenden Verpackung für ein Geschenk, beim Aufräumen, wenn doch mal jemand dran denkt, Tüten zum Einkaufen mitzunehmen … Sie wird einmal produziert und produziert immer wieder Berührungspunkte.

Was hat das jetzt mit deinem Online-Business zu tun?

Das Internet ist schnelllebig. Kunden zu erreichen braucht viel Zeit und noch mehr Geduld. Und kaum haben sie bei dir gekauft, sind sie auch schon wieder weg. Da erscheint es doch sinnvoll, nachhaltigen Eindruck zu machen.

Du hast dir auch zu viel Mühe mit dem Workbook zum Kurs gegeben, als dass es als Datei auf irgendwelchen Festplatten verschwindet. Lass es doch einfach drucken und schicke es allen Teilnehmenden, die sich eine Woche vor Kursbeginn angemeldet haben. Sie freuen sich über die Post von dir, sitzen mit einem schön gedruckten und gebundenen Workbook in deinem Kurs und nachher landet es mit Glück im Regal und wird immer mal wieder zu Rate gezogen.

 

Um den Druck so kurzfristig zu realisieren, muss das Workbook bereits komplett fertig als druckbare Datei vorliegen und es empfiehlt sich, dafür auf eine örtliche Druckerei zurückzugreifen. Die ist vielleicht etwas teurer, dafür schneller und zuverlässiger. Bitte denk dran, das vorher möglichst genau abzusprechen.

Es gibt kein Workbook? Blöcke, Notizbücher und Stifte bieten sich hierfür auch an. Lass Magnete mit einem Zitat aus deinem Kurs drucken und bleib so dauerhaft am Whiteboard „kleben“. Oder du schreibst einen kleinen Preis aus, um diejenigen, die den Kurs bis zum Ende durchgehalten und am besten noch ihre Ziele erreicht haben, zu motivieren.

Wenn du keine Kurse machst, sondern Waren verkaufst, leg was drauf. Eine Karte mit einem kurzen Gruß, am besten handschriftlich, zeigt deine Wertschätzung und bleibt in Erinnerung. Verpacke die Waren in bedruckten Materialien oder verschließe den Karton mit einem Aufkleber mit deinem Logo.

Wer sagt eigentlich, dass man ein Online-Business nur online bewerben darf?

Niemand. Auch wenn dein Angebot nur online zu finden ist, kommst du sicher täglich mit realen Menschen in Berührung. Also lass dir die Gelegenheit nicht entgehen, die Menschen auf dich und deine Arbeit aufmerksam zu machen. Für „Offline“-Veranstaltungen Plakate aufzuhängen ist völlig normal. Ein Konzert wird zwar inzwischen auch immer zusätzlich online beworben. Doch Bauzäune, Schaufenster und Litfaßsäulen zuzukleben, ist hier immer noch wichtiger.

Was hält dich davon ab, dein Online-Event so zu bewerben? Abhängig davon, was du genau machst, musst du ein bisschen suchen und probieren, bis du hierfür den richtigen Weg und vor allem den richtigen Ort gefunden hast. Aber glaube mir, es funktioniert.

Ich bin an deiner Seite, wenn du einfach mal einen Einblick in die vielen Möglichkeiten brauchst oder dich fragst, wie du dein Werbemittel am besten umsetzt, wenn du an den Programmen oder den technischen Anforderungen scheiterst.

Hilke Barenthien ist Mediengestalterin, Reinzeichnerin, Social Media- und Projektmanagerin und Produktionerin. Seit 2006 selbstständig hat sie zunächst als freie Mitarbeiterin für verschiedene Agenturen namenhafte Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen betreut. 2012 – 2018 leitete sie mit Schusterjunge Waisenkind ihre eigene Agentur. 2018 reifte der Entschluss ihr Wissen an andere Selbstständige weitergeben zu wollen. Jetzt freut sie sich darauf andere dabei zu unterstützen ihre Ideen der Welt zu zeigen.

6 Kommentare zum Beitrag

  • Mache selbst Onlinemarketing und erkläre meinen Kunden immer dass der Weg hin zu Onlinemarketing geht – aber etwas Offline-Marketing kann trotzdem nie schaden. 😉 Da gebe ich dir absolut Recht, der Marketingmix machts aus.
    Print- oder Plakatwerbung kann oft aber richtig viel Geld kosten und der Werbeeffekt kann sich dabei aber trotzdem in Grenzen halten, da ist Onlinewerbung häufig definitiv besser, aber praktische Give-Aways die man wirklich braucht (bedruckt mit Firmenlogo und/oder Internetadresse) gehen oft erstaunlich gut. Feuerzeuge, Unterleger für Kaffeetassen, Kugelschreiber – alles Sache die man täglich benötigt, man sieht also jeden Tag so nebenbei das Logo des Unternehmens. Glaube schon dass das immer noch sehr gut funktionieren kann.

  • Hallo Manuela, du sprichst mir aus der Seele 😉 wir machen selber auch viel Onlinemarketing, so ist es nunmal und gehört im Media bzw. Marketing Mix einfach dazu, im Herzen bin ich aber ein Papierling! Mittlerweile ist es, zumindest in Branchen, die nicht nur Lokal werben echt zur anstrengenden überzeugungsarbeit geworden Kunden für die klassische Werbung zu begeistern. Ich bin auch der Meinung das Haptik in bestimmten Feldern deutlich mehr Emotion und Bindung herstellen kann als das ein schöner Banner könnte. Danke für den schönen Artikel… Gruß Tim

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